Sicher ist, dass bereits vor 12'000 Jahren das Guanako und das Vikunja zur Fleischgewinnung gejagt wurden.
Erste Hinweise auf eine beginnende Domestikation im Hochland der Anden sind vor etwa 7'500 Jahren auszumachen. Vor gut 6'000 Jahren war die Entwicklung bereits weit fortgeschritten, wie die Funde von für Alpakas typischen Schneidezähnen belegen. Obwohl bei uns zuweilen noch als exotisch eingestuft, verdeutlicht dieser Rückblick, dass Alpakas und Lamas zu den ältesten Haustieren der Welt gehören.
Bis vor wenigen Jahren bestand noch Unsicherheit über die Abstammung der Alpakas. Heute ist aufgrund von DNA- und Zahn-Analysen nachgewiesen, dass das Alpaka aus dem Vikunja gezüchtet wurde.
Vorfahre des Lamas ist das Guanako.
Ziel der Viehhaltung war ursprünglich und über sehr lange Zeit vor allem die Produktion von Fleisch und Häuten. Vor etwa 2'000 Jahren nahm die Bedeutung der Fasergewinnung zu und man erkannte auch die Eignung der kräftigen Lamas als Transportmittel. So wurden Lamas und Alpakas zu eminent wichtigen Wirtschaftsfaktoren, ohne die der Aufbau des späteren, gewaltig grossen Inka-Reiches (mit ihren herausragenden Bauwerken) schlicht nicht möglich gewesen wäre.
Das Lama wurde in erster Linie als Tragtier und als Fleischlieferant gezüchtet. Dementsprechend musste es im Körperbau gross, robust und muskulös sein. Auch wurde nach Charakter- und Führeigenschaften selektiert.
Die Zucht des deutlich kleineren Alpakas erfolgt bis in die heutige Zeit in erster Linie zur Gewinnung von Fasern, die über herausragende Eigenschaften verfügen. Sobald mit zunehmendem Alter die Feinheit der Faser schlechter wird, lässt sich noch das Fleisch des Tieres nutzen.
Wie die ‚Originale’ der Lamas und Alpakas ausgesehen haben, ist allerdings nicht bekannt. Dies deshalb, weil Lamas, Guanakos, Alpakas und Vikunjas untereinander problemlos verpaart werden können.
Mit der von Gier geprägten Zerstörungswut der Spanier wurde die zuvor konsequent gehandhabte und überwachte Selektion zugrunde gerichtet. Und heute noch sind gelegentlich durchmischte Alpaka- und Lamaherden anzutreffen. Oft zeugen die Form der Ohren, die Form des Kopfes und dessen Behang (‚Bewollung’), der Körperbau (hauptsächlich Rücken/Becken/Schwanzansatz) und anderes mehr, dass mindestens bis vor wenigen Generationen bewusst oder unbewusst eingekreuzt wurde oder immer noch wird.